Unsere Geschichte


Von der Weser bis zur Elbe...

Wie oft schon haben wir dieses Lied bei unseren Schützenfesten gesungen! Erst wenn sich der große Chor der Schützen zu diesem gemeinsamen Gesang findet, wenn eine fast feierliche Stimmung den Raum ergreift, dann ist Schützenfest in Alvern.

Viel anders ist auch die Zeit nicht zu begreifen, als die Männer der ersten Stunde vor über 100 Jahren unseren Verein aus der Taufe hoben. Aber genau wie bei einem Neugeborenen wurden Geburt und Taufe nicht zum gleichen Zeitpunkt begangen. Wir wissen heute, dass der Schützengedanke in unseren Gemeinden schon vor dem Jahre 1907 sehr lebendig war; jedoch - es fehlte noch das Taufkleid.

Für ein Menschenleben bedeutet die Zeitspanne von 100 Jahren mehr als ein erfülltes Leben. Für einen Verein gelten hier ganz andere Gesetze und Maßstäbe. Das wechselvolle Spiel des sich ständigen Erneuerns, die Bereitschaft, ein übernommenes Erbe zu verwalten und zu mehren und schließlich in Würde das Geschaffene vertrauensvoll einer neuen Generation zu übertragen, hat unseren Verein bis heute sehr lebendig erhalten.

Selbst die Unterbrechung des Vereinslebens und die Aussetzung des Schützenbetriebes während der beiden Weltkriege hat diese Entwicklung nicht aufgehalten. Im Gegenteil: Mit einer Jetzt-Erst-Recht-Reaktion wurde 1920 das Stiftungsfest begangen und 1951 die Wiedergründungsfeier.


Von der Vereinsgründung 1907 bis zum 1. Weltkrieg 1914


Doch nun sind wir der Zeit schon weit voraus geeilt. Kehren wir, um bildhaft zu sprechen, an die Wiegeunseres Täuflings zurück, die in Emmingen stand. Verständlich, dass man sich deshalbauf den Namen "Schützenverein Emmingen und Umgegend" einigte. Darüber hinaus standen hier auch bereits ein Schießstand und ein Vereinslokal zur Verfügung. Vielleicht glaubten unsere Gründungsväter mit Emmingen auch deshalb den besten Standort gewählt zu haben, weil die seit einigen Jahren fertiggestellte Eisenbahnverbindung (Bremen - Berlin) diesem Ort eine gewisse Schlüsselstellung verlieh.


Drei- bis viermal im Jahr setzte man sich zusammen. Hauptthema war stets das Schützenfest. Das Schützenfest wurde am Sonntag und Montag gefeiert. Das Interesse der Mitglieder bei der Vorbereitung des Schützenfestes war groß. Es reichte von der Festlegung der Eintrittspreise bis hin zu Verhandlungen mit dem Wirt über die von ihm zu übernehmende Lustbarkeitssteuer (Vergnügungssteuer). Über den Eintritt neuer Mitglieder in den Verein wurde ebenso abgestimmt, wie über den Vorschlag, eine Vereinssatzung aufzustellen. Da man bei der Fülle dieser Themen nie genau im Voraus sagen konnte, wie lange eine Versammlung dauern würde, traf man sich deshalb vorwiegend schon am Sonntagnachmittag.

Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Heinrich Meyer aus Stübeckshorn (Hofverwalter) und seines Stellvertreters Wilhelm von Alvern aus Emmingen (Weichensteller) schaffte Karl Gade aus Emmingen als Schriftführer ab 1910 ein Protokollbuch an. Die Kassengeschäfte übernahm Carl Dammann aus Hötzingen.

Der Umfang des geselligen Lebens beschränkte sich aber nicht nur auf das Schützenfest. Unser heutiges Wintervergnügen (Königsball) wurde auch zu dieser Zeit schon in ähnlicher Form gefeiert. Es war die Schützenfest-Nachfeier. Hierfür wurde der Überschuss vom Schützenfest verwendet. Was Wunder, wenn deshalb bei schlechter Kassenlage mit Rücksicht auf die ungünstige Vermögenslage des Vereins, von einer offiziellen Nachfeier des öfteren Abstand genommen werden musste.

Ebenso spielte sich die Gestaltung der weiteren Freizeit in unseren Gemeinden im Rahmen des Schützenvereins ab. So ist es auch zu verstehen, dass einmal im Jahr in irgendeiner Weise eine Lustbarkeit vereinsseitig zu veranstalten war.

Protokoll vom 03.04.1910

Es sei daran erinnert, dass wir uns immer noch in der Zeit um Anno 1910 befinden. Eine Zeit, in der elektrischer Strom bei uns noch nicht vorhanden war, und als das Fahrradfahren - wegen des fehlenden Freilaufes - noch eine gewisse Schwierigkeit darstellte. Im Gebiet der Stadt Soltau schnauften die ersten beiden Automobile über die holprigen Straßen - ein weiteres Gefährt von Zahnarzt Haase war nur dreirädrig - und in Berlin regierte Kaiser Wilhelm II.


Gründungsmitglieder

Der Zusatz im Vereinsnamen "Emmingen und Umgegend" war von Anfang an nicht so zu verstehen, als seien Schützenbrüder aus der Umgegend nur gute Gäste und Freunde - im Gegenteil - schon ab 1912 wurde das Schützenfest (in unterschiedlicher Reihenfolge) abwechselnd in Emmingen, im "Heidkrug" und in Hermannseck gefeiert. Wenn hierin in erster Linie eine Geste der guten nachbarschaftlichen Beziehungen gesehen werden kann, waren doch noch weitere Gründe dafür maßgebend. Wegen der weiten Entfernung - es wurde ja marschiert! - wurde der König nicht mehr - wie zuvor - vom Emmanschen Hofe abgeholt, sondern nun mit Musik auf 1 km Entfernung vom Vereinslokal.

In dieser Zeit standen auch handfeste wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Woher sollte das Geld kommen für den Abdruck von Statuten und für die Beschaffung der Schützenkette Nr. 452 zu 11,50 Mark? Auch die Finanzierung der acht hölzernen Gewehre - zur Ausbildung einer Fahnengruppe - musste überlegt werden.

Also sollte der Festwirt angezapft werden. Doch schon bei der ersten Forderung an Herrn Vorwerk (Gastwirt in Emmingen), dass der Grün- und Kolonialwarenhändler Rieckmann, aus Soltau kommend, mit allerlei Produkten bei dieser Festlichkeit zugegen sein sollte - man wollte Standgeld kassieren - spielte Herr Vorwerk nicht mehr mit.

Daraufhin wurde mit Gastwirt Weber ("Heidkrug") in Verhandlungen getreten. Er wurde gefragt, ob er "Tanzschein" und "Lustbarkeitssteuer" bestelle und bezahle; den Schießstand in Ordnung halten und für die Musikanten zahlen wolle und ob Rieckmann aus Soltau seine Sachen da ohne weiteres verkaufen könne. Nachdem dies alles von Herrn Weber angenommen wurde, war man fürs erste aus dem Schneider - und Carl Dammann als Kassierer wohl auch.

Der politische Horizont hatte sich verdunkelt. Auf der Versammlung am 15. September 1913 wurde beschlossen, den nächsten Sitzungstermin 1914 am 2. Sonntag im April abzuhalten. Hierüber ist jedoch nichts mehr bekannt. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges im August 1914 lähmte alle Pläne und zerstörte viele Hoffnungen.


Zwischen den Weltkriegen 1919 bis 1939


Eine neue Ära unseres Vereins begann mit dem Schützenfest am 7. Juni 1919. Heinrich Eggers aus Töpingen, der im Laufe unserer Vereinsgeschichte insgesamt dreimal die Königswürde errang, wurde neuer Schützenkönig.

Aus unserem "Schützenverein Emmingen und Umgegend" wurde anlässlich des Stiftungsfestes 1920 der "Schützenbund Niedersachsen der Schulgemeinden Alvern und Hötzingen".


Stiftungsfest 1920

Mit wieviel Schwung die neuen Aufgaben angepackt wurden, beweist die Ausrichtung des Schützenfestes 1921 im "Heidkrug". Ingesamt 45 Schützenbrüder stellten sich zur Verfügung, um den mehr als 200 Gästen einen angenehmen, festlichen Rahmen zu bieten. Die normalerweise ausreichende sechs Mann starke Blaskapelle wurde noch um ein Musikcorps erweitert. Und damit nicht genug: Es wurde auch noch ein zusätzlicher Paukenschläger verpflichtet.

Im Jahre 1925 war die Mitgliederzahl auf über 60 Schützen angewachsen - bei der "Taufe" waren es knapp die Hälfte. Für die Nichtbeteiligung - von Mitgliedern unter 40 Jahren - am Schützenummarsch wurde ein Strafgeld von 2 Reichsmark erhoben.

Im März 1925 bewahrte der damalige 1. Vorsitzende Karl Bockelmann den Verein vor dem drohenden Zerfall. 1962  erhielt er vereinsintern den Beinamen Karl der Große, den er schon für diese Leistung zum damaligen Zeitpunkt mehr als verdient hätte.

Seit Mitte der zwanziger Jahre vollzog sich die politische Auseinandersetzung auf zwei unterschiedlichen Ebenen. Auf der einen Seite die monarchistische Einstellung zu überlieferten Traditionen, auf der anderen Seite der Trend zur demokratischen Bewegung. Zitat aus der Generalversammlung vom 22. März 1925: "Der Vorsitzende betonte noch einmal ausdrücklich, dass der Verein politisch absolut neutral bleiben muß." Auf die Frage, ob der Verein noch weiter bestehen bleiben soll, antworteten sämtliche Mitglieder mit "Ja".

Es konnte wieder zur Tagesordnung übergegangen werden. Von nun an sollte das Schützenfest auch nicht mehr Sonntag/Montag stattfinden, sondern Samstag/Sonntag - für uns heute selbstverständlich. Damals versprach man sich von der Änderung sicherlich einige Vorteile, und das nicht zu Unrecht.


Marsch zum König

Heinrich Gottschalk, der die Kassengeschäfte sehr gewissenhaft von 1926 bis 1939 führte, hatte immer etwas "auf der hohen Kante". Sogar der erforderliche Betrag von 227,90 Reichsmark für die Anschaffung der neuen Fahne mit der Aufschrift "1920 - 1926" konnte aus der Kasse bezahlt werden, ohne dass der Jahresbetrag von 2 Reichsmark erhöht werden musste.


Fahne "Schützenbund Niedersachsen" 1920/26

Was hätte Johan-Heinrich Emmann wohl gesagt, wenn er gewusst hätte, dass sein 1843 erbautes Backhaus eines Tages als Schießstand herhalten sollte? Anfänglich auch als Wiegehaus für die auf dem Bahnhof Emmingen vorhandene Viehwaage, vermittelte erwähntes Backhaus ab Anfang der dreißiger Jahre unseren Schützen ein völlig neues Schießgefühl. Begrüßt wurde diese Neuerung ebenfalls von Herrn Must aus Soltau, der als Büchsenmacher zum Schützenfest die notwendigen Gewehre bereitstellte und die Munition lieferte. Die Folge war, dass von 1933 bis 1957 alle Schützenfeste in Emmingen stattfanden.

Vor allem unsere jüngeren Schützenmitglieder sollten wissen, dass der Schießbetrieb ursprünglich unter freiem Himmel stattfand - und das bei jedem Wetter. Als Schießstand diente ein hölzerner Pfahl mit einigen abzweigenden Sprossen zur Auflage des Gewehres; ein breiter Graben, der an allen Seiten durch einen Erdwall flankiert war und an dessen Ende sich eine Scheibe mit 13 Ringen befand. Auf alten Königsscheiben sind noch die Einschüsse erkennbar, die jedesmal mit einem Holzpflock wieder abgedichtet wurden, um keine Treffer zu übersehen.


Otto Emmann, in seiner Eigenschaft als Festwirt und bei Bedarf als Schlagzeuger, erinnerte sich gerne an die Zeit zurück, als sieben Glas Bier 1 Mark und ein Probeschuss vergleichsweise 15 Pfennige kosteten.

Die Zahl der Mitglieder hatte sich in den letzten Jahren zwischen 45 und 50 Schützen eingependelt - von denen einige in benachbarten Gemeinden wohnten. Aus dieser Zeit stammt auch die Regelung, dass nur ein im Bereich des Schützenvereins wohnendes Mitglied Schützenkönig werden kann. Eine Regelung, die heute noch in modifizierter Form Bestand hat - wer König werden will, muss seine "Residenz" im Vereinsgebiet vorweisen.

Ab 1937 war der Wandel einer neuen Zeit auch in unserem Verein nicht mehr zu übersehen. Gustav Amtsfeld, der seit 1935 Vorsitzender war, musste sich ab jetzt "Vereinsführer" nennen. Es wurde bestimmt, dass alle Schützenvereine dem Deutschen Schützenbund beizutreten hatten. Für die kleine Gruppe sportbegeisterter Schützen, die sich unter dem Namen Blücher zusammengefunden hatten, war kein Platz mehr.

Zu einer letzten Besprechung für das Schützenfest 1939 trafen sich die Vereinsmitglieder am 17. Juni 1939. Knapp einen Monat später errang Willy Emmann die Königswürde. Das Protokollbuch beginnt erst wieder am 1. September 1951. Ein bis dahin stummer Zeuge des 2. Weltkrieges.


Symphonie-Orchester Emmingen und "Big Band"

Von der Wiedergründung 1951 bis zum Schützenhausbau 1971


Vergleichen wir die Lage unseres Vereins zu diesem Zeitpunkt mit den ersten Jahren nach 1918, dann lassen sich unschwer Parallelen feststellen. Mit der gleichen Tatkraft wie gut 30 Jahre vorher ging es wieder an die Arbeit.

Der Wiedergründung im September 1951 waren bereits mehrere Zusammenkünfte und Gespräche vorangegangen, so dass sich der Kreis der 38 erschienenen Schützen im Gasthaus Emmann bald in allen wesentlichen Punkten einigte. Welcher Wert darauf gelegt wurde, den einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen, mag aus der Tatsache geschlossen werden, dass Willy Becker - bereits Vorsitzender vor dem Kriege - erneut einstimmig beauftragt wurde, dem Verein vorzustehen. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden gewählt: Karl Bockelmann zum Schützenhauptmann, Otto Jungemann zum Fahnenträger, Martin Meyer zum Kassierer und Heinz Bauer zum Schriftführer. Den Rahmen für das Vereinsleben sollte die - seinerzeit von Gustav Alvermann und Karl Bockelmann ausgearbeitete - noch vorhandene Satzung von 1926 bilden.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Ein Festausschuss übernahm die Vorbereitungen für die auf den 14. Oktober des gleichen Jahres festgelegten Wiedergründungsfeier und arrangierte gleichzeitig ein großes Preisschießen. Vorsorglich wurde das Ende dieser Veranstaltung auf drei Uhr (03:00 Uhr) festgelegt und eine mögliche Polizeistunden-Verlängerung eingeplant.

In Anbetracht der Tatsache, dass bei dieser Veranstaltung die Einnahmen die Ausgaben um ein Wesentliches übertroffen hatten (107,68 DM!), genehmigte man sich bei der Nachlese zu diesem gelungenen Start einige freundliche "Helle" auf Vereinskosten.

 


Das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg - 1952

Im folgenden Jahr - 1952 - wurde das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg gefeiert. Schützenkönig wurde Hermann Schulz aus Haus-Ilster. Seit diesem Jahr werden auch zusätzlich immer zwei Minister ausgeschossen. Die ersten beiden Minister waren Heinrich Emmann vom "Emhof" und Hermann Kothe aus Hötzingen.

Während die Schützenfeste - wie bereits erwähnt  - bis 1957 am Bahnhof in Emmingen stattfanden, wurden weitere Festlichkeiten und Versammlungen, außer in den Lokalen "Heidkrug" und "Hermannseck", nun auch im "Lindenkrug" abgehalten.

Diese Zeit - in den fünfziger Jahren - könnte mit den Worten beschrieben werden: Es ging bergauf, das Vertrauen in die harte D-Mark wuchs, die im Umlauf befindlichen Fünf- und Zehnpfenningscheine wurden aus dem Verkehr gezogen.

Das erste große Pokalschießen mit geladenen Gästen wurde am 23. September  1956 auf dem Schießstand in Emmingen ausgerichtet.

Ein Anwachsen des Mitgliederbestandes um das Dreifache sowie eine Ausweitung der Kassenumsätze bei den Einnahmen und Ausgaben auf das Zwanzigfache, wäre Mitte der fünfziger Jahre nicht vorstellbar gewesen. Die Zeichen der Zeit erkannte Dr. Günter Winkelmann sehr treffend, indem er damals schon meinte:  "In der Beschränkung zeigt sich der Meister." Über Dr. Winkelmann, der ab 1957 den Vorsitz führte und dem Verein über 15 Jahre als Vorstandsmitglied angehörte, ist an anderer Stelle noch mehr zu sagen.

Zwei Ereignisse bestimmten das Jahr 1957. Zum einen das bevorstehende Jubiläums-Schützenfest - nach 50-jähriger Vereinsgeschichte - zum anderen der Bau einer vereinseigenen Anlage.

 


Königskutsche und Marsch zum König

So sehr die kameradschaftliche Verbundenheit von der Tatsache gekennzeichnet war, abwechselnd bei allen Gastwirten Veranstaltungen abzuhalten, so groß war der Wunsch, endlich ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Die Zustimmung der Schützenbrüder zu diesem Vorhaben löste im Vorstand umfangreiche Aktivitäten aus. Doch alle Überlegungen endeten bei der Feststellung, dass ein solches Vorhaben zur Zeit nicht durchführbar war. Letztlich hatte der Taktiker Dr. Winkelmann wohl erkannt, dass die Standortfrage für sehr viele Schützenbrüder der vier Gemeinden das Evangelium schlechthin bedeutete. Die Zeit war noch nicht reif.

In Formation angetreten

Unter der Überschrift "50 Jahre Emminger Schützenfest" berichtete die Böhme-Zeitung über das am 29. und 30. Juni 1957 erfolgte Jubiläumsschützenfest. Es ist Chronistenpflicht, nachträglich einen Teil des Textes zu berichtigen, da nicht nur drei Gemeinden (Hötzingen, Alvern und Ilster) Hand in Hand dieses Fest begingen, sondern vier! Töpingen wurde in dem erwähnten Artikel vergessen. Nichts desto Trotz - es war eine runde Sache.

Auch die ursprünglichen Bedenken, der Ablauf des Festes könne durch zu starken Soldatenbesuch aus Munster auf organisatorische Schwierigkeiten stoßen, waren unbegründet.


Antreten beim Jubiläumskönig 1957

Mit  dem Jubiläumsfest 1957 in Emmingen wurde dem alten Backhaus von 1843 eine letzte Referenz erwiesen - was zu diesem Zeitpunkt aber noch keiner wusste. In diesem Jahr wurde, wie auch schon 1932, die Königsscheibe von 1907 wieder im Schützenumzug mitgeführt. Nach dem einstweiligen Verzicht auf eine vereinseigene Schießanlage, erklärte sich der Gastwirt Cohrs bereit, am "Heidkrug" einen neuen Schießstand zu bauen. Die Schützenfeste und schießsportlichen Veranstaltungen wurden daraufhin bis 1967 im "Heidkrug" abgehalten.

Nicht ohne Stolz kann heute - mit einem Blick auf unsere Vereinsanlage - festgestellt werden, dass hier "ganze Sachen" gemacht worden sind. Dazu soll ein launiges Zitat unseres Schützenbruders Martin Meyer nicht unerwähnt bleiben. Als es darum ging, in welcher Form und Größe das neue Schützenhaus gebaut werden sollte, meinte er "Wer handelt schon mit halben Schweinen?" Mit anderen Worten: "Wenn schon, denn schon!"


Dr. Günter Winkelmann (jeweils links im Bild)

Wenn die Zahl der Mitglieder heute um die 170 Personen beträgt, so kommt diese Entwicklung nicht von ungefähr. Im Hinblick auf die Zukunft wurde ab 1953 das Programm der Schützenfeste um die Einrichtung der Kinderbelustigung erweitert. Ab 1961 durften die Jungen mit Luftgewehren schießen und für die Mädchen wurden das Fischstechen eingeführt. Weitere Bemühungen, dem Verein neue Mitglieder zuzuführen, zahlten sich aus, als die Schützenfeste noch um den Tanz für die Jugend erweitert wurden.

Diesen  Maßnahmen zur Pflege des Nachwuchses, ist spätestens ab 1969 noch eine weitere Entwicklung hinzuzurechnen. Die Frage, ob hierfür das Streben unserer Schützendamen nach Gleichberechtigung im Vordergrund stand, stellt sich dabei nur nachrangig. Entscheidend ist, dass heute alle Mitglieder - Jugendliche und Erwachsene beiderlei Geschlechts - eine harmonische Einheit bilden.

Wenden wir uns aber nun dem chronologischen Ablauf wieder zu.

Mit der Inbetriebnahme und der Einweihung des neuen Schießstandes im "Heidkrug" im Mai 1958 begann für viele Schützen auch das Zeitalter moderner Technik. Während bisher die erzielte Ringzahl per Hand durch einen sogenannten Deckungsarbeiter angezeigt wurde, übernahm diese Funktion jetzt eine automatische Schießanzeige.

Doch ganz ohne Tücken funktionierte diese Automatik nicht immer. Der Entscheidung des Deckungsarbeiters folgte man dagegen früher in jedem Fall. - "Ich dach dat har stövt", erinnerte sich einer unserer älteren Schützenkameraden, "oaber he het den Fahn hochholn. Mut je woll`n 12 wän hem". An der Tatsachenentscheidung gab es nichts zu rütteln -.

Am 07. September 1958 wurde das erste Schweineverschießen durchgeführt, welches sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Auf der Versammlung am 11. Oktober des gleichen Jahres wurde unser Verein in "Schützenverein Niedersachsen der Schulgemeinden Alvern und Hötzingen" umbenannt.

Ein Jahr darauf - im Oktober 1959 - wurde beschlossen, ein Vereinsarchiv mit Fotos und Zeitungsberichten anzulegen. Zuständig sollte hierfür der stellvertretende Schriftführer sein. Allerdings ist heute leider nicht mehr bekannt, wo dieses Archiv abgeblieben ist.

Der Betritt zum DSB (Deutscher Schützenbund) wird auf dieser Versammlung abgelehnt.


Motorisiert und auf Schuster's Rappen zum König

Was die Beteiligung betraf, nahmen unsere Schützenfeste immer mehr den Rahmen eines Volksfestes an. Über 670 verkaufte Eintrittskarten garantierten beim Schützenfest 1959 nicht nur ein ausverkauftes Zelt, sondern bereiteten auch erhebliche Sorgen, z.B. die schon sehr zahlreich vorhandenen Autos unterzubringen. Solche Schwierigkeiten gab es bei der Wiedergründungsfeier 1951 noch nicht - Bei 123 abgestellten Fahrrädern.

Zwei Männer standen in der ersten Hälfte der sechziger Jahre im Mittelpunkt unseres Vereinsgeschehens - Karl Bockelmann als Schützenmajor und Dr. Günter Winkelmann als Vorsitzender. Viele Abstimmungen und Beschlüsse aus deser Zeit haben heute noch ihre Gültigkeit für die Durchführung unserer Veranstaltungen und haben Einfluss auf unser Vereinsleben.

Wer könnte sich zum Beispiel ein Schützenfest ohne das am Sonntagmorgen stattfindende Katerfrühstück vorstellen? (Über den Nachdurst soll hier nicht gesprochen werden.) Es wurde 1965 eingeführt - die Kosten für Speis und Trank tragen die beiden Minister. Seit 2013 übernehmen die Minister immer noch die Kosten für die Getränke beim Katerfrühstück. Oder mit welcher Selbstverständlichkeit wird heute "sitzend aufgelegt" auf die Königsscheibe geschossen? Auch die Regelung, nur alle fünf Jahre die Königswürde erringen zu können, stammt aus diesen Jahren. Der große Rahmen für den Ablauf unserer Schützenfeste hat sich eigentlich seit dieser Zeit nicht mehr verändert.

Im Juni 1963 wurde das erste Medaillenschießen durchgeführt. Auf der Generalversammlung im Oktober 1967 wurde der Vorschlag zur Gründung einer Damengruppe zurückgestellt. 1968 entschloss man sich, zumindest das Schützenfest in der Form zweigleisig zu fahren, als dass der reine Schießbetrieb auf dem Schießstand im "Heidkrug" stattfand. Die eigentliche Feier dagegen, unter der Regie des neuen Festwirtes Niebuhr aus Munster, auf dem Schulgelände in Alvern. Zum ersten Mal trug die Königin bei Festlichkeiten einen Kopfschmuck, anstatt der bisher üblichen Schärpe, und seit dieser Zeit werden auch ein Kinderkönig und eine Kinderkönigin ermittelt.


Stärkung für Schützenhauptmann und Schützen

Ab Oktober 1966 beginnen die ersten Gespräche zwischen dem Vorstand und den örtlichen Bürgermeistern über die Möglichkeit, auf  dem Schulgelände in Alvern eine Schießanlage zu errichten. Der soweit abgeklärte Sachverhalt wird einstimmung von der Generalversammlung gutgeheißen und "grünes Licht" für den Eigentumserwerb und die Baumaßnahme erteilt. Aber das sollte erst der Anfang sein.

Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Satzung alle internen Fragen des Vereins regeln. Nun aber galt es, Grundbesitz zu erwerben und Vermögenswerte zu schaffen. Das bisherige Regelwerk musste auf eine juristische Grundlage gestellt werden. Die Durchführung des geplanten Vorhabens erforderte einen "eingetragenen Verein". Unter der Vereinsregister-Nummer 337 wurde dieser Akt beim Amtsgericht in Soltau am 10. Dezember 1969 vollzogen und unser Verein unter der Bezeichnung "Schützenverein Niedersachsen e.V. Alvern" aktenkundig. Als Vorstand - im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches - wurden eingetragen: Hermann Emmann jun. als 1. Vorsitzender und Dr. Günter Winkelmann als 2. Vorsitzender. Die für den Verein nun verbindlichen Gesetze bestanden aus den 16 Paragraphen, die von der Generalversammlung am 18. Oktober 1969 beschlossen wurden.


Antreten und Umtrunk beim König

Wie sehr sich in diesen Tagen auch die Damen der Schützenbrüder dem Verein verbunden fühlten - an anderer Stelle ist dieses Thema bereits angeklungen -, spiegelt die Tatsache wider, dass sich vier Damen freiwillig zur Verfügung stellten, in tagelanger, mühevoller Arbeit die neue Fahne, u.a. mit dem Wahlspruch"Üb´ Aug´und Hand fürs Vaterland" zu besticken. Manche freie Stunde wurde von ihnen dafür aufgewendet.

Die Fahnenweihe erfolgte im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des Schützenfestes 1969. Die Materialkosten der neuen Fahne betrugen 413,-- DM.

Die Erfüllung des Wunsches aller Vereinsmitglieder, der neuen Fahne möglichst bald einen Ehrenplatz im eigenen Vereinsgebäude zu geben, sollte jedoch noch einige Zeit dauern. Den Verhandlungen über die Grundstücksfrage könnte hier ein eigenes, unfangreiches Kapitel gewidmet werden. Nur so viel sei gesagt: Wären die Gemeindeväter nicht gleichzeitig die Verbündeten unseres Vereins gewesen und hätten wir derzeit nicht so einen geschickt operierenden Vorstand gehabt, die weitere Entwicklung wäre in eine andere Richtung gelaufen.


Fahne "Üb' Aug' und Hand für's Vaterland"

1969 wurde dann der Beitritt zum DSB mit 123 Mitgliedern beschlossen. Gleichzeitig wurden 15 Schützen als Sportschützen angemeldet. Im September 1970 nahmen wir erstmalig am Kreisschützenfest teil, welches in dem Jahr in Munster stattfand.

Teilnahme an Kreisschützenfesten

Die Feier des Wintervergnügens, die vorher abwechselnd im "Lindenkrug", im "Heidkrug", im "Hermannseck"und in Emmingen stattfand, wurde in den "Kaiserhof" verlegt.

Vom ersten Spatenstich für das neue Schützenhaus im September 1970 bis zur Einweihung im Mai des folgenden Jahres hatten sich wahre Wunder getan. Es verging kein Tag, an dem nicht fleißige Hände damit beschäfigt waren, den Bau seiner Bestimmung näherzubringen. Viele Schützenbrüder leisteten weit mehr an Eigenleistung als das festgesetzte 20-Stunden-Soll.

Nur damit war es nicht getan: Es musste auch an die Unterhaltskosten nach der Fertigstellung gedacht werden. Wer hätte in dieser Situation nicht Verständnis dafür gehabt, dass nun der Jahresbeitrag von ehedem 6,-- DM auf 20,-- DM erhöht werden musste?


Geburtstunde des Schützenhauses

Dass auch die "öffentlichen Hände" einen großen Teil der finanziellen Lasten übernahmen, muss noch heute - den damals Verantwortlichen - hoch angerechnet werden. "Dat löpt sick ah's trecht" hatte man sich gegenseitig Mut gemacht, wenn es bei den Bauarbeiten Schwierigkeiten gab. Mit der Einweihungsfeier am 23. Mai 1971 sollte die Gültigkeit dieses Sprichwortes einmal mehr bewiesen werden. Die Eintragung als Eigentümer im Grundbuch von Alvern erfolgte schließlich am 14. Februar 1973.


Königskutsche und Damengruppe beim Marsch

Fast könnte der Eindruck entstehen, als sei das übrige Vereinsleben während dieser Zeit zu kurz gekommen; aber dies war nicht der Fall. Auf der Generalversammlung 1971 wurde die Gründung einer Damengruppe beschlossen. Dazu an anderer Stelle mehr.

Der erste Vorsitzende bekam eine Glocke, um bei den Versammlungen für Ruhe zu sorgen, was auch manches Mal erforderlich war und heute noch ist.

Schon auf einer Versammlung im Jahre 1958 wäre so eine Glocke für den Vorsitzenden hilfreich gewesen. Seinerzeit ging es um die Beschlussfassung einer neuen Sitzung und um weitere sehr umfangreiche Tagesordnungspunkte. Die Versammlung dauerte von 20.00 Uhr bis weit nach Mitternacht. Selbst die letzte Abstimmung gegen 01.50 Uhr konnte noch exakt ausgezählt werden. Bis auf die Stimmen von 2 Mann, die eingeschlafen waren.


Im eigenen Schützenhaus 1971 bis zum Jubiläum 2007


Das erste Schützenfest im eigenen Vereinshaus fand 1971 auf dem neuen Schießstand statt. Obwohl Petrus an diesem Tag nicht ganz mitspielte, wurde die Stimmung dadurch nicht beeinträchtigt. In unrühmlicher Erinnerung bleibt allerdings, dass die beiden vereinseigenen Trophäen - ein jeweils ausgestopfter Fasan und Bussard - an diesem Tage verschwanden. Vor ähnlichen Unannehmlichkeiten blieb der Verein - in seier Rolle als Haus- und Grundbesitzer - auch in der Zukunft nicht verschont. Vielleicht hilft der Hinweis an dieser Stelle, dass bei diversen Einbrüchen in unser Vereinshaus, bisher keine wertvolle Beute ergaunert werden konnte.

Am17.12.1971 wurde der Schenkungsvertrag mit der Stadt Munster über das Grundstück mit Schützenhaus beraten und am 17.04.1972 abgeschlossen.

Die folgenden Jahre zeigten, wie sehr man mit der Errichtung des Schützenhauses "ins Schwarze getroffen" hatte. Am Umfang der nachstehend aufgeführten Veranstaltungen kann dies abgelesen werden. Alljährlich wiederkehrend werden durchgeführt: Preisschießen, Medaillenschießen, Schweineverschießen, Preisskat und Vereinsmeisterschaften. Ab 1989 wird das bis hahin durchgeführte Geflügelverschießen durch das Hubertusschießen ersetzt und ein Vierwaffenkampf für alle Sportschützen eingeführt.

In den ansonsten sehr ausführlichen  Protokollen und Berichten der Jahreshauptversammlungen kann die Vielzahl der Sieger dieser zahlreichen Veranstaltungen ncht vollständig wiedergegeben werden. Die Sieger- und Ergebnislisten sind in einem Lederordner gesammelt und zusammengefasst - sie würden den Rahmen dieser Chonik sprengen.

Ab 1980 nehmen dann auch die Vereine aus dem Stadtgebiet Munster - die Bürgergilde Munster, die Schützengilde Breloh, der Eisenbahner-Sportverein Munster und die Kyffhäuser Kameradschaft - an unseren Schützenfesten und Winderbällen teil. Im Gegenzug besuchen wir diese Vereine bei ihren jeweiligen Festen, wobei schon viele Freundschaften ins Leben gerufen wurden.


Stifter der Eichenholztafel - Hermann Lüders - und Gastvereine

Darüber hinaus wurde unser Vereinshaus aber auch immer mehr zum Bindeglied zu der benachbarten Bevölkerung und zu befreudeten Vereinen und Verbänden. Schießveranstaltungen der Polizei und anderer Vereine, Familienfeiern, wie Geburtstage, Polterabende oder Hochzeiten, wurden hier ebenso selbstverständlich abgehalten, wie z.B. eine Übung der Bundeswehr mit dem beziehungsreichen Namen "Fester Griff".

Die ersten Erfolge - der bereits erwähnten Pflege des Nachwuchses -stellten sich in den folgenden Jahren ein. Um die Bedürfnisse unserer jugendlichen Mitglieder und der Sportschützen gerecht zu werden, wurde eine Erweiterung des Schützenhauses mit einem Anbau für zehn Luftgewehrstände erwogen, kurzerhand beschlossen und gebaut. Bereits 25 Tage nach der Grundsteinlegung am 03. August 1981 wehte der Richtkranz auf dem Anbau.


Der Anbau beginnt

Der Erweiterungsbau wurde mit einer Feier am 27. März 1982 eingeweiht. Größere Feiern in den neuen Räumlichkeiten sind seitdem problemlos möglich. Das Festzelt wurde in diesem Jahr erstmals beim 75-jährigen Jubiläumsschützenfest direkt an das Schützenhaus angeschlossen, so dass keine räumliche Trennung die Feierlichkeiten mehr stören konnte. Am 19. Juni 1982 wurde die Jubiläumsfestschrift vorgestellt, die von den Schützenbrüdern Winrich Klymant und Walter Freudenthal in monatelanger, umfangreicher Kleinarbeit erstellt wurde. Das Jubiläumsschützenfest, bei dem unser damaliger Vorsitzender Willi Sorge die Königswürde errang, wurde mit den zahlreich eingeladenen Nachbarvereinen gefeiert. Die Schützenscheibe von 1907 wurde wiederum beim Umzug mitgeführt.


Jubiläumskönigspaar 1982

Obwohl der Entwicklung unseres Vereins nun schon vorgegriffen wurde, soll noch einmal in die Mitte der siebziger Jahre zurückgeblendet werden. Angesprochen werden soll die gute Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern. Es ist sicherlich eine Ausnahme und ein gegenseitiger Vertrauensbeweis, dass ein Vorstand in seiner Gesamtheit - über Jahre hinweg mehrheitlich - durch die Jahreshauptversammlung von Jahr zu Jahr bestätigt wird.


Vorstand 1974-90 und Schützenleutnant führt Schützen

Nachdem wir mit dem Anbau nun unabhängiger waren, und die neuen Räume auch mit Leben gefüllt werden sollten, entschlossen sich die Vereinsmitglieder jährlich Ende September ein Erntefest zu feiern. Der damals amtierende 1. Minister Ewald Mencke stellte sich als Erntemeister zur Verfügung und band die erste Erntekrone. Der Erntemeister wird seitdem während des Erntefestes jährlich neu ausgeschossen. Seit 1992 verschießen die Damen einen Damenernteteller, und die Jugendlichen konnten den Jugendpokal erringen. Im Jahr 2000 gab es bei den Jungschützen diesbezüglich eine Änderung - sie ermitteln seitdem ihren eigenen Jugenderntemeister.

Das erste Erntefest mit Erntemeister und Erntekrone

Seit 1984 wird zwischen den fünf zum Stadtgebiet Munster zählenden Schützenvereinigungen - hierzu zählen die Bürgergilde Munster, die Schützengilde Breloh, der Schützenverein Niedersachsen Alvern, der Eisenbahner Sportverein Munster und die Kyffhäuser Kameradschaft Munster - jährlich ein Stadtpokalkönig ausgeschossen. Auch die Damenbesten und Jugendkönige der Vereine ermitteln hierbei ihre Sieger. Weiterhin werden an diesem Tag zwischen den Herren, den Damen und den Jugendlichen Mannschaftspokale ausgeschossen.

Der Verein des amtierenden Stadtpokalkönigs ist im darauffolgenden Jahr Ausrichter dieser Veranstaltung. Die Würde des Stadtpokalkönigs konnten bisher für unseren Verein erringen:


1985 Alfried Buhr

1989 Ewald Mencke

1991 Erich Stockmann

1992 Gerhard Thom

1999 Heinrich Meyer

2000 Jürgen Baden

2007 Rüdiger Vogt

2008 Willy Mencke

2009 Helmut Scheel

2011 Dirk Emmann

2013 Lutz Winkelmann

Stadt-Pokal-König-Scheibe

Neben unseren Stadtkönigen waren natürlich auch unsere Damenbesten und Jungkönige beim Stadt-Pokal-Schießen erfolgreich. Dieses waren:

Stadt- Damenbeste Stadt- Jungkönig
2004 Elke Meyer 2008 Janine Cohrs
2008 Waltrud Sorge 2009 Katharina Zobel
2010 Carmen Mencke 2011 Tanja Mencke
2011 Elke Mencke 2013 Jannis Telker
2012 Andrea Böger 2016 Niall Saalmann
2013 Andrea Reinsch 2018 Magda Lena Quade
2015 Gisela Emmann

Im Laufe des Jahres 1988 entwickelten sich in unserem Verein viele Dinge weiter - so wurde der KK-Stand weiter ausgebaut. Sechs neue Zuganlagen - davon sind vier auch für das Schießen mit der Sportpistole auf 25 m geeignet - wurden eingebaut, und der Laufende Keiler wurde installiert. Bisher sind wir der einzige Schützenverein im KSV Soltau, der solch eine Anlage (Laufender Keiler) besitzt. Diese Anlage wird nicht nur durch unsere Schützenmitglieder genutzt, sondern auch andere Vereine, wie z.B. das Civile Corps der Bürgergilde Munster und der Schützenverein Hützel-Steinbeck schießen inzwischen jährlich wiederkehrend auf den Laufenden Keiler. Außerdem wurde das jährlich wiederkehrende Niedersachsen-Pokalschießen für die Schützenvereine des KSV Soltau eingeführt.

Laufender Keiler
Siegerehrung Niedersachsen-Pokal

Anschlag beim laufenden Keiler und Siegerehrung Niedersachsen-Pokal

Der Kreisschützenverband Soltau beschloß 1991, dass beim jährlichen Kreisschützenfest auch eine Kreisdamenbeste ausgeschossen wird. Die erste Kreisdamenbeste wurde unser Vereinsmitglied Petra Mencke. Im Laufe der Jahre konnen wir bei den Kreisschützenfesten einige vordere Platzierungen erringen. Folgende Schützenmitglieder waren für unseren Verein erfolgreich:


1973 Bruno Pardeyke 2. Kreisminister
1991 Petra Mencke Kreisdamenbeste
1992 Ina Fuhrhop 2. Kreisjugendministerin
1997 Katja Penshorn 2. Kreisjugendministerin
1998 Andrea Meyer Kreisjugendkönigin
2001 Henning Cohrs 2. Kreisminister
2002 Dania Willenbockel 2. Kreisjugendministerin
2003 Robert Meyer 1. Kreisjugendminister
2010 Elke Mencke Kreisdamenbeste
2019 Elke Mencke 2. Kreisdamenministerin

Kreis-Würdenträger und das neue Feuerwehrhaus

Im Jahr 1991 baute die Stadt Munster ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Ilster-Alvern-Töpingen auf dem Schützenplatz in Alvern. In einem Vertrag zwischen den Vertretern unseresVereins und der Stadt Munster wurde die Grundstücksfrage für das Feuerwehrhaus geregelt. In diesem Zusammenhang wurde unser Schützenhaus an die öffentlichen Versorgungseinrichtungen angeschlossen.

Das seit mehreren Jahren immer wieder undichte Flachdach unseres Schützenhauses musste dringend erneuert werden und sollte dem Dach des Feuerwehrhauses optisch angepasst werden. Nachdem die Schützenmitglieder einen Finanzierungsplan für die Dacherneuerung erstellt hatten, konnten auch finanzielle Hilfen der Stadt Munster  und des Landkreises in Anspruch genommen werden. Das neue Dach wurde 1994 mit einigen geladenen Gästen der Stadt Munster, der Stadt Soltau und des Landkreises eingeweiht.


Ein neues Dach für unser Schützenhaus

Doch auch im Inneren des Schützenhauses wurde immer wieder renoviert, erneuert und umgebaut.

So bekam der Luftgewehrstand eine Biathlonzielscheibenanlage. Auch die Zuganlagen wurden von Handbetrieb auf elektrische Zuganlagen umgestellt.

Die Vermietungen des Schützenhauses zwangen uns dazu, das gesamte Schützenhaus immer auf den neuesten Stand zu halten. So wurden unter anderem die sanitären Anlagen renoviert und die komplette Elektroverkabelung überprüft und in einem neuen Sicherungskasten zusammengeführt. Außerdem fand eine Notfallbeleuchtung für die Fluchtwege Einzug ins Schützenhaus.


6-Feld-Gasherd mit Abzugshaube und Backofen

Doch leider war unsere Küche durch die vielen Vermietungen nicht mehr in der Lage alle Arbeiten zu bewältigen. Über unseren Festwirt Werner Netz wurde eine Profiausrüstung mit Edelstahlschränken und Geräten besorgt und die Küche in mühevoller Arbeit von Vereinsmitgliedern renoviert und die Profiausrüstung installiert.

 

An dieser Stelle möchten wir uns aufs herzlichste bei allen Mitgliedern bedanken, die mit Rat und Tat zur Stelle sind, um die anfallenden Arbeiten zu besprechen, anzupacken und auszuführen.
Ohne diese Mitglieder, die viel Zeit und Kraft geben, ist dieses Schützenhaus nicht zu pflegen und zu erhalten.

Vielen Dank!


Doppelspüle, Geschirrspüler, große Arbeitsflächen
großer Kühlschrank und viel Arbeitsfläche

Vom 100-jährigen Jubiläum bis heute


Unser Jubiläumsjahr


Das Jahr 2007 stand ganz im Zeichen unseres 100. Vereinsjubiläum. Schon beim Schützenfest 2006 wurde unser gesamter Verein mit allen aktiven Mitgliedern fotografiert. Dieses Foto findet ihr auch auf der Startseite unserer Internetseite. Im Laufe des Jahres wurde der Ablauf geplant, Einladungen verschickt, die Vereins-Chronik überarbeitet und die Dekoration hergestellt. Ein Highlight waren die großen Strohpuppen an beiden Ortseingängen von Alvern. Diese kamen bei allen Besuchern so gut an, das diese Art der Werbung schon für andere Veranstaltungen genutzt wurde.

Eine von zwei Strohpuppen

Und dann war der Tag gekommen, das Jubiläums-Schützenfest sollte gefeiert werden!

Ein Kommers für rund 230 geladene Gäste bildete am Freitag den ersten Höhepunkt des dreitägigen Jubiläumsschützenfestes. Dabei erhielt unser Schützenverein von André Wussow, dem Schatzmeister des Niedersächsischen Sportschützenverbandes (NSSV), einen Fahnenbanner verliehen. Zudem brachten rund 20 Sprecher – von Landrat Manfred Ostermann über Bürgermeister Alfred Köthe und Soltaus stellvertretendem Bürgermeister Josef Mayer bis zum kleinsten Schützenverein der Region – in Worten und mit Geschenken zum Ausdruck.

Ein mehr als 100 Jahre bis heute funktionierendes „reges dörfliches Gemeinschaftsleben in Munsters ältestem Schützenverein“, so Köthe. „Ohne das Schützenwesen würde dem Gemeinwesen vieles fehlen“, sagte Landrat Ostermann, “ein dickes Dankeschön“! Soltaus Vizebürgermeister Mayer hob den Verein „als verbindendes Element“ zwischen den Kommunen Soltau und Munster und seinen Dörfern hervor, was auch Gildeherrin Christa Erden für das IV.Rott der Schützengilde Soltau mit einem „die nächsten 100 Jahre überstehenden Geschenk“, einer gravierten Ehrenplatte, verdeutlichte. Suse Carls stellte für den Kreissportbund die Bedeutung der Damenkorps in den Vereinen heraus. „ Auf das bisher Erreichte können sie sehr Stolz sein“, lobte André Wussow vom NSSV.

Suse Carls vom Kreissportbund gratuliert
André Wussow vom NSSV gratuliert

Anschließend stellte Willy Mencke auszugsweise die Vereins-Chronik vor.

 Musikalisch untermalt wurde dieser bunte und gesellige Abend von der „Media-Band“ um Willi Schulte.

Noch bis spät in die Nacht wurde über Vergangenes und Heutiges erzählt und geklönt.


Zu einer für uns ungewohnter Zeit, nämlich schon um 11Uhr, traten alle Mitglieder am Samstag wieder an, um den scheidenden König Rüdiger Voigt abzuholen. Denn schon ab 13:30Uhr startete auf dem Schießstand das Ausschießen der Jubiläums-Würdenträger. Natürlich nahmen dieses Jahr besonders viele daran teil. Wollte doch jeder in diesem besonderen Jahr eine Würde erreichen.

Schon um 16:30 wurde die Proklamation der Jubiläums-Würdenträger abgehalten:

 

König: Willy Mencke

1.Minister: Alfried Buhr

2.Minister: Cord Lüders

Damenbeste: Walli Sorge

Jugendkönigin: Janine Cohrs


Hofstaat 2007 mit Scheibenträger

Nach dem Ehrentanz des Königspaares mit anschließendem Hoch-leben-lassen und der großen Zeltrunde begaben sich alle auf dem Weg zum Heidkrug. Denn dort fanden sich schon viele Vereine aus dem Kreisverband zum großen Festakt mit Festumzug ein. Unter dem Kanonensalut der Bürgergilde Munster begann der Festakt.


Hofstaat mit Ehrengästen
Gastvereine

Das Grußwort hielt Heiner Röhrs, der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Soltau. Dieser führt auch gleich noch Ehrungen durch: unser König Willy Mencke wurde zum Oberschießsportleiter befördert. Die Jugendleiterin Cornelia Zobel erhielt die Ehrennadel in Bronze vom NSSV.
Ehrung von Willy Mencke

Nach dem Abschreiten der Front durch das Königspaar Willy Mencke und Esther Schindler-Mencke erhielten alle anwesenden Vereine mit ihren Fahnen das begehrte Jubiläumsfahnenband. Begleitet vom Spielmannszug der Schützengilde Soltau und den Musikzügen der Feuerwehren Bispingen und Munster, marschierten die rund 500 Schützen vom Heidkrug entlang der festlich geschmückten Bundesstraße 71 zum Schützenhaus in Alvern. In dem dort aufgebauten Festzelt herrschte dann bis in die frühen Morgenstunden sehr gute Geselligkeit und Tanz zu den Klängen der Band „Vis à Vis“!

Frontabnahme
Festumzug zum Festplatz



Im Jubiläumsjahr 2007 startete schon in den frühen Morgenstunden eine große Abordnung des Vereins zum großen Schützenausmarsch in Hannover. Durch unseren 100. Geburtstag konnten wir direkt im Vorzug des immerhin 11km langen Umzuges marschieren. Beeindruckend war, dass schon am Vormittag die Straßen gesäumt waren von Zuschauern, die alle Vereine und Gruppen liebevoll begrüßten und bejubelten. Für alle, die daran teilgenommen haben, wurde dieser Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis!


Gruppenfoto mit Musik vor dem Rathaus in Hannover

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Der Niedersachsen-Tresen


Doch immer war es ein großer Wunsch einen festen Tresen mit Sitzbank und einer Zapfanlage in den kleinen Saal zu integrieren. Lange wurde überlegt und diskutiert über Sinn und Zweck einer solchen großen Anschaffung. Doch irgendwann nahmen alle Schießsportleiter die Sache in die Hand.
Unser Schützenbruder Carsten Schulz fertigte eine Zeichnung mit allen Details an, die dann beim Erntefest 2013 vorgestellt wurde. Gleichzeitig startete eine Spendenaktion für den Tresen, um diesen zu finanzieren. Die Vorschläge fanden eine so große Zustimmung, dass schon am Abend das komplette Vorhaben finanziert war. Unser Festwirt Werner Netz erklärte sich bereit, eine Tresenanlage mit Spülbecken, Kühlanlage und Zapfanlage zu besorgen. Somit startete Carsten Schulz mit der Herstellung des Tresens. Nach mindestens 220 Stunden war es soweit: am 11. und 12. Januar 2014 begannen Willy Mencke, Phillippe Korbella und Carsten Schulz mit dem Einbau im Schützenhaus. Bereits kurz nach Fertigstellung saßen 12 Schützenbrüder und –Schwestern an dem neuen Tresen und genossen das erste gekühlte Getränk aus dem Kühlschrank.


 

Am 8.Februar 2014 kamen alle Spender im Schützenhaus zusammen, um den neuen Tresen mit einer ordentlichen Feier in Betrieb zu nehmen!

Getauft wurde der Tresen auf den Namen „Niedersachsen-Tresen“! Somit gibt es einen neuen Treffpunkt im Schützenhaus für viele Gespräche und Diskussionen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des immer noch lebendigen Schützenvereins „Niedersachsen e.V. Alvern“!

 


Zeichnung zum Tresen...
...und der fertige Tresen!

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